Stammtisch Köln-Süd


Karnevalsrundbrief an den Stammtisch Köln-Süd

Bitte diesen Rundbrief langsam lesen, damit niemanden schwindelig wird!

 

Wir sind Kölle

Köln hat als Stadt ein eig’nes Flair,
und das kommt nicht von ungefähr;
um Ursache und Grund zu finden,
muss man historisch es ergründen.

Es lagen schon in alten Zeiten
die Ubier auf Bärenhäuten,
entspannt, gesangs- und sinnesfroh
und soffen Kölsch, das sowieso.
Als dann die Römer aufgetaucht
und ha’m die Bande angefaucht,
dass nun ein and’rer Wind hier weht,
und alles wird gleich umgedreht,
da ha’n die Lück ganz ungerührt
den Fasteleer gleich eingeführt.

Es wollt’ den Römern nicht gelingen
hier Disziplin nun einzubringen.
Jahrhunderte ha’m sie’s versucht
und manches mal dabei geflucht!
Sogar die Preußen aus Berlin
bekamen das nie richtig hin.
Man sieht’s bei Jungen und auch Alten
noch heut’ am Park- und Fahrverhalten.

Es formte sich ’ne Lebensart,
die sich der Kölsche hat bewahrt,
sie passt in keinerlei Schablone
und ist ansonsten auch nicht ohne:
Das Kölsche Hätz, die Kölsche Seel,
mit viel Humor und viel Gefühl,
wobei dat Krieche und dat Lache
zwei Seiten sind der selben Sache.

Als Imi hier in Köln am Rhein
fühlt man sich deshalb schnell daheim,
in dieser bunten, jecken Stadt,
die einen selt’nen Zauber hat,
auch wenn nicht alles wunderbar,
und anfangs auch mal sonderbar.

Zumeist in diesen tollen Tagen,
wenn alle bunte Kleider tragen,
singen, tanzen, knutschen, lachen
und die tollsten Sachen machen.
Und wenn dann noch drei stramme Jecken
gemeinsam durch die Säle trecken;
als Kleeblatt, als Trifolium,
das haut den stärksten Imi um.

Nun, Karneval steckt dann und wann
schnell auch mal einen Imi an,
er macht das Leben einfach schöner,
sogar für Preußen und für Römer.

Doch dieses Jahr, es ist ein Graus,
fällt großes Feiern leider aus.
Zusammen tanzen, singen, lachen
ist durch Corona nicht zu machen.
Gemeinsamkeit mit Abstandhalten
gilt für die Jungen und die Alten.

Und siehe da, es klappt sogar,
das ist doch einfach wunderbar.
Die Disziplin – ich seh’s erheitert,
weil einst die Preußen dran gescheitert –
die hat zur Zeit, was Kölle ehrt,
einen ganz hohen Stellenwert.
Den Fasteleer, ganz ohne Sause,
feiern die Jecken nun zu Hause.
Das es so bleibt, ich sag es offen,
das ist zu wünschen und zu hoffen.

Und wir vom Stammtisch Kölle-Süd,
wir zieh’n natürlich kräftig mit,
solidarisch, ohne Flausen,
bleiben wir in uns’ren Klausen.
Mit allen Menschen hier in Köln
woll’n wir uns in die Reihe stell’n,
und trotzen so dem Virenwind,
weil wir gemeinsam Kölle sind!

So ruf ich nun, vom Sofa brav,
Euch allen zu: Kölle Alaaf!

Wolf-Dieter Zimmermann

Corona-Karneval 2021

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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