40 Jahre Frauenkreis / Frauentreff KKK

gegründet im Jahr 1979 innerhalb der Kameradschaft Ehemalige, Reservisten, Hinterbliebene (KERH Köln)


Bevor der Frauenkreis gegründet werden konnte, mussten zwei Voraussetzungen erfüllt werden. Es musste ein Bedarf entstanden sein, dass auch ehemalige Soldaten durch den Deutschen BundeswehrVerband vertreten werden und es musste die Möglichkeit bestehen, dass auch Nichtsoldaten Mitglied im Verband werden können. 1970 lebten im Großraum Köln gut 500 pensionierte Soldaten, die Mitglieder des BundeswehrVerbandes waren. Es war absehbar, dass sich dieser Personenkreis ständig vergrößern würde, was einerseits gerade auf Köln mit seinen vielen Ämtern und Truppenteilen zutraf und andererseits auf den Wunsch der Pensionäre zurückzuführen war, die im Raum Köln wohnten und dort auch bleiben wollten. Um diesen ehemaligen Soldaten eine eigene Organisationsform zu geben, wurde in die Satzung des Verbandes die Möglichkeit der Gründung von Ehemaligen Kameradschaften eingefügt. Und das war das Startsignal für unsere Kameradschaft. Die zweite Voraussetzung wurde 1979 durch eine weitere Satzungsänderung erfüllt, indem Ehefrauen und Hinterbliebene von Soldaten nunmehr Mitglieder im Verband werden konnten.

Der erste Vorsitzende dieser Kameradschaft ERH Köln wurde Oberst a.D. Dipl.Ing. Karl-Heinz Meißner. Das zu betreuende Gebiet ist sehr groß. Es umfasst den Standortbereich Köln im überwiegend linksrheinischen Teil sowie Brühl, Bergheim, Erftstadt, Frechen, Hürth, Pulheim und im rechtsrheinischen Teil die Kölner Stadtbezirke Mülheim und Kalk, sowie Bergisch Gladbach, Burscheid, Kürten und Leverkusen. Oder um es mit der Uhr zu erklären, von 6 Uhr im Süden mit Wesseling, 9 Uhr im Westen mit Bergheim über 12 Uhr im Norden mit Leverkusen bis 2 Uhr im Osten mit Kürten.

Das hatte zur Folge, dass wir Anfang der 70er Jahre mehr als 2400 Mitglieder in unserer ERH hatten. In diesem Jahr (2019) sind es „nur“ noch 1400 Mitglieder.

Noch in seiner Amtszeit beauftragte der Vorsitzende, Oberst a.D. Karl-Heinz Meißner, Frau Irmgard Siegmund einen Frauenkreis ins Leben zu rufen. Zunächst war Frau Siegmund nicht begeistert, etwas „Eigenes“ für die damals wenigen Frauen in der Kameradschaft zu bilden. Aber die Bedenken wurden recht bald zur Seite geschoben und so organisierte sie ein
erstes Treffen am Mittwoch, 05. Dezember 1979 als Adventskaffee. Diese Treffen finden als Adventsfeier heutzutage immer noch statt.

An dieser ersten Sitzung des Frauenkreises nahmen hochrangige Verbandsmitglieder teil:

  • Herr Bundesvorsitzender Oberst Heinz Volland,
  • Herr StOKa Vorsitzender Oberstlt Rudolf Wenzel mit Gattin
  • Herr Vorsitzender ERH Köln, Oberst a.D. Karl-Heinz Meißner
  • Herr Major Wasmer mit Gattin
  • Herr Oberstlt a.D. Nieusela und Gattin
  • Herr Oberstlt a.D. Eulitz und Gattin
  • Herr Hptm a.D. Sträßer und Gattin
  • Herr Hptm Leppert und Gattin
  • Herr Major Schmitz-Remy und Gattin
  • Herr Hptm Respondek und Gattin
  • Herr Oberfeldarzt Dr. Spellerberg und Gattin
  • Herr Zimmermann und Gattin
  • Herr Bedbur und Gattin
  • Frau Siegmund
  • Frau Schneider
  • Herr Kurt Damrath und Gattin

Insgesamt waren 72 Personen anwesend.

Die Sitzungen fanden im Amt in der Waisenhausgasse in Köln statt. Von 1979 bis 1986 leitete Frau Irmgard Siegmund den Frauenkreis und wurde dabei unterstützt durch Frau Marga Bedbur, als ihre Stellvertreterin. 1986 übernahm Frau Bedbur die Leitung und Frau Ilse Bartsch wurde ihre Stellvertreterin. Frau Siegmund widmete sich nunmehr verstärkt der Hinterbliebenenbetreuung.
Bereits 1980 gründete Frau Siegmund die Wandergruppe, die sich großen Zuspruchs erfreute. Obwohl es die Wandergruppe des Frauenkreises war, durften auch Männer mitwandern. 1983 gab Frau Siegmund die Leitung an Hptm a.D. Gebel ab, der dieses Amt nur ein Jahr ausübte. Das Ehepaar Thiele übernahm die Aufgabe und gab sie 1988 ab, nachdem Herr Thiele leider gestorben war. Schließlich führte Frau Ewert die Wandergruppe bis 2003 weiter, so dass diese Gruppe innerhalb des Frauenkreises 23 Jahre bestand.

Der Frauenkreis traf sich jeden ersten Mittwoch im Monat im damaligen Heeresamt und bot den Ehefrauen und Hinterbliebenen der Soldaten die gerade beschriebene Wandergruppe, eine Sportgruppe, kulturelle Besichtigungen und Busfahrten an. Die Schwerpunktarbeit war und ist die Hinterbliebenenbetreuung. 

Nach dem Tod des Ehemannes wird sofortige Hilfe angeboten, die gerade in dieser schwierigsten Phase besonders wichtig ist. Auf Wunsch wird der Sozialdienst hinzugezogen und die Witwen werden in den Frauenkreis integriert.
In einer Notiz der damaligen Leiterin Frau Bedbur aus dem Jahr 1987 wurde die Forderung aufgestellt, die Witwenbezüge von nur 60 % anzuheben. Das Anliegen wurde in den Gremien verfolgt, die auf Landes- und Bundesebene tagten und damit begründet, dass die Frauen ihre Kinder für das Land großgezogen und damit zum Wohlstand des Staates und der Gesellschaft beigetragen haben. Die Forderungen waren sehr ehrenwert und verständlich, wurden aber leider nicht erfüllt. Das ist kein Versagen des Verbandes, sondern dem demografischen Wandel geschuldet. „Jungvermählte ab 2002“ erhalten nur noch 55 % der Pensionsbezüge. Und auch die 75 % der letzten Dienstbezüge als Pension sind auf 71,75 % vermindert worden.

Noch ein Rückblick auf die Anfänge des Frauenkreises: An einem Dienstag, den 05.01.1982 kamen 14 Damen im Lions Pub zusammen und starteten den Kegelklub des Frauenkreises, der sich den Namen „Jux-Schwestern“ gab. Die Anfänge waren noch etwas holperig, weil die meisten mit Kegeln, Kegelregeln und Kegelbahnen keine Erfahrung hatten. Dieses Vortasten wird auch dadurch deutlich, dass es erst am 13.04.1982, also 3 Monate später, gelang, Brüderschaft zu trinken und das förmlich „Sie“ wegzulassen. Heutzutage geht das viel schneller.

Die Damen trafen sich alle 14 Tage und die „Strafgelder“ aus dem Kegeln füllten die Kegelkasse schnell. Die Kegelschwester Gertrud hatte einen Kegel am Kettchen gestiftet, um den nun immer gekämpft bzw. gekegelt wurde. Die Tagessiegerin ging dann stolz mit diesem Anhänger nach Hause.

Der erste Ausflug im zweiten Jahr mit den Geldern aus der Kegelkasse ging an die Ahr. Im dritten Jahr konnte man sich nicht auf einen Ausflugsort einigen, so dass im 4. Jahr die Hälfte der Kasse ausgezahlt wurde. Das Geld wurde dann im Küpper’s Brauhaus auf den Kopf gehauen. Die Suche nach alternativen Kegelbahnen verlief erfolglos, so dass immer wieder reumütig zum Lions Pub zurückgekehrt wurde. 1985 ging die Fahrt nach Rengsdorf. 1986 machte der Lions Pub zu, so dass auf das Küpper’s Brauhaus ausgewichen wurde, wo gerade noch ein Termin frei war. Die Jux-Schwestern waren gerettet. 1987 ging die Kegeltour nach Treis-Karden an die Mosel. Die Fahrt in die Eifel im folgenden Jahr war organisatorisch leider nicht optimal verlaufen, weil der Bus für die Rückfahrt nach Köln ausfiel. Im Oktober 1989 ging es nach Brügge. Im November 1990 führte die Fahrt nach Brodenbach an der Mosel und in 1991 mit dem Bus nach Bad Salzuflen. Hier enden die Eintragungen, so dass der Chronist vermutet, dass im Folgejahr die Jux-Schwestern ihre gesellige Arbeit eingestellt haben. Immerhin sind das die einzigen Aufzeichnungen, die von dieser frühen Zeit berichten.

In vielen Tagungen speziell für Frauen in der Bundeswehr auf Landes- und Bundesebene haben die jeweiligen Leiterinnen des Frauenkreises ihre Ideen und Vorschläge eingebracht, um die Situation der Frauen in der Bundeswehr deutlich zu machen und zu verbessern. Die Bundesfrauentagungen wurden ab 1991 in jährlichem Abstand 10 Jahre lang besucht und die Ideen eingebracht. Leider wurde 2000 die weitere Teilnahme der Frauen aus den ERH’s abgelehnt, weil diese Tagungen den Frauen der aktiven Soldaten ein Forum geben sollten, um speziell die Probleme in den Familien zu behandeln, die bei Auslandseinsätzen der Soldaten entstehen.
Auch an den Landesfrauentagungen wurde ab 1992 teilgenommen, die ebenfalls in jährlichem Abstand einberufen wurden. Auch hier endete die Teilnahme im Jahr 2000. Hier wird deutlich, dass die Belange der aktiven Soldaten einen anderen Stellenwert haben, als die Wünsche und Anliegen die Ehemaligen. Gleichwohl waren und sind die Frauen in der Lage, zu Wort zu kommen. Sie sprechen Dinge an und stellen Forderungen, von denen einige schließlich doch Realität werden.

Auf der Landesfrauentagung 1994 wurde zum Beispiel die soziale Absicherung der Hinterbliebenen angesprochen. Auf die Wohnungssituation wurde hingewiesen, dass hinterbliebene Ehefrauen in kleinere Wohnungen umziehen können, ohne dass ein finanzielles Desaster entsteht. Außerdem war ein Thema die Reduzierung der Streitkräfte und deren Auswirkung auf die Familien, wie Verlust des Arbeitsplatzes der Ehefrau wegen Versetzung des Soldaten, Verlust der sozialen Bindungen und schulische Probleme bei den Kinder.

So wurde 1996 mit der Wehrbeauftragten des Deutsches Bundestages Frau Claire Marienfeld und der Bundestagspräsidentin Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth über die Verschlechterung der steuerlichen Absetzbarkeit der doppelten Haushaltsführung, die Einbeziehung der Soldatenfamilien in die Regelungen für den Bonn/Berlin-Umzug und die Einrichtung von Familienbetreuungszentren gesprochen.

Viele Aspekte wurden in der Zwischenzeit in die Tat umgesetzt. Das ging nicht immer ganz einfach und schnell, sondern erforderte auch viel Geduld und Ausdauer. Aber es hat sich gelohnt.
Es hat sich gelohnt, dass der Frauenkreis vor 40 Jahren gegründet wurde. Es hat sich gelohnt, dass der Frauenkreis so lange existieren konnte, was nicht zuletzt daran lag, dass es viele Facetten seiner Tätigkeit gab, die die Damen bei der Stange hielt. Das war und ist in erste Linie die Solidarität, die Geselligkeit, die sportlichen Aktivitäten und das Miteinander.

Frau von Grabe hat den Kreis 22 Jahre lang geleitet. Aus Altersgründen hat sie die Leitung abgeben. Jetzt hat die Leitung des Frauenkreises Frau Anke Hermsteiner übernommen, der von nun an Frauentreff KKK heißt. Das KKK steht für Kaffee, Kuchen und Klatsch.

 

 

 

weitere Veranstaltungen des Frauenkreises


weitere Veranstaltungen des Frauentreffs 'KKK'

 

 


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Fotos/Text: OTL a.D. Max-Peter Hornemann

Adventsfeier 13.12.2006

 

Frau Ruth Schmidt

wird vom Landesvorsitzenden West Hptm a.D. Helmut Pries

und vom Vorsitzenden der ERH Köln, StHptm a.D. Helmut Köhler geehrt.

 

 

   

Fischessen des Frauenkreises am 21.02.2007

Hotel Germania

 

Von links: Frau Zimmermann, Herr Zimmermann

Frau von Grabe, Hans-Joachim Bauer

 

   

Fischessen des Frauenkreises am 25.02.2009

Hotel Germania

 

Frau von Grabe bei ihrer Ansprache

 

   

30 Jahre Frauenkreis ERH Köln

Zu diesem besonderen Anlass am 02.12.2009 kam der stellvertretende Bundesvorsitzende, Oberstabsbootsmann Wolfgang Schmelzer und überbrachte die Grüße und besondere Anerkennung des Bundesvorstandes an die Leiterin des Frauenkreises, Frau Brigitte von Grabe. Auch der Landesvorsitzende OTL Thomas Sohst würdigte das besondere Engagement des Frauenkreises und bat darum, auch weiterhin so erfolgreich für die Menschen und den Verband zu arbeiten. In Anerkennung ihrer langjährigen und erfolgreichen Arbeit für den Verband wurde Frau von Grabe mit der Ehrenmedaille des Verbandes ausgezeichnet.

   

Adventsfeier des Frauenkreises 02.12.2009

 

Links: Hptm a.D. Hans-Joachim Bauer

Rechts: Frau Borchardt

 

   

Fischessen des Frauenkreises am 17.02.2010

Hotel Germania

 

Von Links: Frau Kloos, Hptm a.D. Udo Kloos, Vorsitzender der ERH Köln

Hauptmann a.D. Friedrich Hotop

 

   

Fischessen des Frauenkreises am 09.03.2011

Hotel Germania

 

Oberstlt a.D. Hans-Joachim Barbknecht,

Vorsitzender der ERH Köln von 1990 bis 1992 und seine Frau

 

   

Fischessen des Frauenkreises am 05.03.2014

Hotel Germania

 

Die Leiterin des Frauenkreises, Frau Brigitte von Grabe

 

   

Adventsfeier des Frauenkreises 03.12.2014

 

Links an der Stirnseite des Tisches

die Gründerin des Frauenkreises Frau Irmgard Siegmund

 

   

100

 

Die Gründerin des Frauenkreises Frau Irmgard Siegmund

an ihrem 100. Geburtstag, 30.06.2016

 

   

Abschied

 

Frau Brigitte von Grabe und Frau Renate Hotop

2018

 

   

Die "Neue"

Die Leiterin des Frauentreffs 'KKK'
Kaffee, Kuchen, Klatsch

Weihnachtsfeier am 18.12.2019

Frau Anke Hermsteiner

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